Der Unkaputtbare. Eine Werbeübertreibung? Ja! Keine realen Hintergründe? Nein! Der Unkaputtbare steht auf der Tagesordnung. Was sagt die Ministerin dazu? Sie soll für die gesunde Ernährung im Namen des Volkes sorgen. Aber kann es überhaupt Fleisch geben, das dem natürlichen Zerfallsprozess jahrelang widersteht. Es ist nicht mehr verzehrbar! Ja! Zu hart, zu trocken und vielleicht? Wer weiß schon. Ich weiß nichts. Nichts darüber wie man Lebensmittel derart sterilisieren kann, dass sie den natürlichen Bakterien, die den Käse verschimmeln lassen, die das Fleisch anrüchig riechen lassen und selbst vor Tomaten keinen Halt machen... Die Ägypter hätten sich damals sicherlich gefreut, hätten sie derartige Konservierungsmethoden gekannt. Hier stimmt etwas nicht! Genmanipuliert, mit harter Strahlung bestrahlt!? Wie auch immer, das Resultat zählt. Vielleicht findet man auf der nächsten Dokumenta das entsprechende Kunstobjekt zum Thema: Alles was der Fall ist. Mein Hamburger ist inzwischen ein Jahr alt geworden. Er hat sich widersetzt. Er hat sich verändert, aber er ist nicht unter den ekeligen Begleiterscheinungen wie Gestank und Schimmel zerfallen. Er fristet ein dehydrietes Dasein. Bin schon gespannt wie er im nächsten Jahr aussieht. Vielleicht sollte ich ihn danach vergraben. So wird er den Archäologen erhalten bleiben. Ich sollte immerhin weitere pysikalische, chemische und biologische Grunddaten über das Objekt sammeln. Das spezifische Gewicht würde mich genauso interessieren wie der Härtegrad. Vielleicht ist der Hamburger auch hitzeresistent. Damit würde er sich als biologisches Schutzschild für die nächsten Marsmissionen eignen. Ist der Hamburger etwa supraleitfähig? Alles ungeklärte Fragen, die nur Fachleute beantworten können. Also kommet her zu mir, die ihr neugierig und wissensdurstig seid. !Jugend forscht! erwünscht! Eine Konsequenz hat das Experiment allerdings: Nicht nur ich werde keine Hamburger mehr essen sondern nur noch selbstgemachte Bulletten.

 

© GOO, August 2012