Heute soll uns das „Schöne Wochende-Ticket“, wie die Bahn ihre mehrmals im Preis angehobene Fahrkarte für den Familienausflug genannt hat, in die Hansestadt Rostock bringen. Es wird unser zweiter Aufenthalt in Rostock sein. Vor kurzem erst, das war, als der direkte Weg nach Güstrow aus uns unbekannten Gründen über das nördlicher gelegene Rostock führte. Davor war es im Umbruchherbst des Jahre 1990 gewesen.

Früh verließen wir das Haus. Wie sich bald herausstellte, war es wirklich viel zu früh, denn über eine Stunde mussten wir am Einsteigebahnhof Berlin-Gesundbrunnen warten. Es war rummelig im Zug, die Sitze äußerst unbequem und Mitreisende wähnten sich in ihren Wohnzimmern zu Hause – vergleichbar mit ihre Umwelt vergessenden Handy-Nutzern. Eine kleine Loriot-Szene amüsiert zunächst, nervte schließlich: Ein offenbar älterer Herr wollte nicht einsehen, warum auf dem WE-Ticket nur ein Name zustehen habe und nicht diejenigen aller Mitreisenden. Vergessen Sie also nicht, den Namen eines Mitreisenden, der die Verantwortung für die auf fünf Personen begrenzte Reisegruppe trägt, auf den Fahrschein zu schreiben, wenn Sie nicht vom Schaffner daran erinnert werden wollen. Sie ersparen sich lästige Diskussionen mit dem Fachpersonal der Bahn und können in Ruhe ihre Fahrt im Regionalexpress genießen. Falls die werten Mitreisenden es zulassen.

Wir kamen nach knapp über zwei Stunden am Ziel an – den Bahnhof kannten wir ja schon. Nun mussten wir nur noch die richtige Straßenbahn in Richtung Innenstadt finden. Der Bahnhof von Rostock macht auf den ersten Blick keinen hanseatischen Eindruck. Die Stadt, deren Name slawischen Ursprungs ist und "Flussverbreiterung" bedeutet, wurde von Kaufleuten im 12. Jahrhundert gegründet und bekam 1218 das Stadtrecht. Wie viel Geld die Kaufleute dafür hinlegen mussten, ist mir leider nicht bekannt. Aber ihren Bahnhof haben die Rostocker nicht vergessen. Von außen sieht er eher aus wie das Kurzentrum eines Ostseebades, von innen ist er auf den neusten Stand gebracht worden. Dies gilt auch für die Geschäfte, auf die wir hier treffen , besonders aber für die Informationsbüros.

Deutschland ist im Dienstleistungsfieber. Informationsbüros aller Art schießen aus dem Boden. Allerdings habe ich ab und zu damit meine Schwierigkeiten. So haben wir bei der Abreise in Berlin zur Kenntnis nehmen müssen, dass jegliche Reiseinformationen einen Betrag von 3 Euro kosten, falls sie nicht mit dem Kauf einer Fahrkarte verbunden sind. Als wir das Infozentrum des örtlichen Nahverkehrs betreten, sind wir auf einige Zusatzkosten vorbereitet.

Doch weit gefehlt! Eine freundliche Dame von den Rostocker Verkehrsbetrieben konnte uns bald weiterhelfen: Bevor sie uns den Weg in die Unterwelt (und dann weiter) wies, händigte sie uns eine Fotokopie des Stadtplans aus. Die Strecke in die Altstadt markierte sie mit einem rosa Marker. Ich las, dass der Ausgangsplatz Konrad-Adenauer-Platz heißt und fragte, ob es in R. eine konservative Regierung gäbe? – Nein, die gibt es nicht. Und „Da hat uns keiner drum gefragt, wie der heißen soll!“ – Wie er vorher hieß? „Na, wahrscheinlich Bahnhofsplatz!“.  In der Tat: Bei den Kommunalwahlen im Juni 2009 (also vor einer Woche erst) votierten die Rostocker mit 23,7% für die Linke, gefolgt von SPD (18,4%) und CDU (17,4%).

 

   Neuer MArkt   Rathaus

 

„Rostock zieht an. Rostock kommt an. Rostock macht an!“ ist der Slogan für die Stadt. Er ist auf drei Außenflächen der Straßenbahn verteilt und lässt sehr hohe Erwartungen aufkommen, die erst einmal befriedigt werden müssen. Zwei Stationen sind es bis zum ehemaligen „Ernst-Thälmann-Platz“ der heute schlicht „Neuer Markt“ heißt und nicht zu verwechseln ist mit der von Friedrich August von Hayek propagierten sozialdarwinistischen Interpretation. Ein sehr großer Platz, Raum gebend für sehr viele Marktstände, präsentiert sich uns heute, eher als leer gefegt. Nur eine Handvoll Marktstände sehe ich und ein Bäckerstand verheißt Unglaubliches: Ein Stück Kuchen und einen Kaffee nur 1,30 Euro. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und bestelle sogleich, während Birgit sich – Ausschau haltend nach weiteren Informationen über die Stadt – ins Touristikzentrum verzieht. Den Kuchen kann ich mir dann sogar aus dem Angebot frei auswählen. Streuselkuchen, ja den will ich dazu haben und deute auf ein Stück, dass erst noch zurecht geschnitten werden muss. „Aber nehmen sie doch den, da sind auch Streusel drauf“ und ich verstehe die Verkäuferin sehr gut, erspart sie sich doch das Durchschneiden. Ich willige natürlich sofort ein, denn ein wenig Entgegenkommen gehört ja auch zum Ankommen. ICH HABE ES WAHRLICH NICHT BEREUT!

Als Birgit zurückkommt, stehe ich schon einige Zeit auf dem fast leeren Platz. Ich werde ein bestimmtes Gefühl nicht los, das ich lieber nicht beschreiben sollte, um die Stadt nicht zu verunglimpfen. Aber was soll ich machen: Befinde ich mich hier etwa auf einem blank geputzten Friedhof? Kaum Menschen aber alles super sauber. Und dabei hat die Stadt fürchterlich ausgesehen im letzten Krieg, den auch sie erleben musste. Ein Bild von Egon Tschirch in der Marienkirche, die sich direkt hinter dem Marktplatz befindet, legt Zeugnis davon ab. Und wenn man das Dargestellte mit dem heutigen Stadtbild vergleicht, muss einem nur der Mund aufstehen, welch schöne Stadt hier nach der Wende neu aufgebaut wurde. Doch da begeht der Rostockbesucher einen gravierenden Denkfehler: Die Stadt wurde schon zu DDR-Zeiten so schmuck wieder hergerichtet, wie sie sich zum größten Teil heute präsentiert.

Die nach westlichen Niveau korrekte Einkaufsmeile ist ebenfalls fast ausgestorben. Hat die Wirtschafts- Finanz- und Klimakrise hier schon so hart zugeschlagen, dass die Stadt nicht mehr leben will? Hier gibt es für mich nichts zu vermessen, was Verschüttetes wieder sichtbar macht. Der „Friedhof“ bleibt vorerst in meinem Kopf und verursacht ein schlechtes Gefühl, das sich ebenfalls auf meine Frau überträgt, die eher diese Stadt mit dem Mut der Entdeckerin erkunden wollte. Aber da gibt es noch Hoffnung für mich: Der Hafen. Als wir vor fast 20 Jahren schon einmal hier waren, hatte ich noch das schöne Bild im Kopf: Ein richtig großes Schiff am Kai, das die sehr große Einkaufszone mit den Kaufhäusern winzig erscheinen ließ.

 

Wockrenter      Brunnen

 

 Im Wendejahr 1990 waren wir, von der Langen Straße kommend, auf dem Weg zum Alten Hafen durch die Wokrenter Straße geschlendert. Wunderbar erhaltene bzw. restaurierte, hafentypische Bausubstanz ließ uns hier länger verweilen als eingeplant. Als besonderes bauliches Kleinod fällt das sogenannte „Hausbaumhaus“, ein Kaufmannshaus mit gestaffeltem Backsteingiebel aus dem Jahr 1490 auf: Hierbei handelt es sich um das einzige in Rostock erhaltene Haus, das als architektonische Besonderheit einen Hausbaum aufweist.

 

Hausbaumhaus   

 

Im Klartext bedeutet dies, das die gesamte Hauskonstruktion von einem aus Eichenholz gefertigte Stamm getragen wird, der im Keller auf einem riesigen Findling ruht und nahezu in der Hausmitte steht. Wir wollen das Haus nun von innen besichtigen, so, wie es im Stadtführer von 1989 abgebildet ist. Dies wird uns heute nicht möglich sein, denn an diesem Tag versagt uns eine „geschlossene Gesellschaft“ den Eintritt. Schade!

 

Imbiss  Ladekran

 

 

Aber auch hier am Hafen das gleiche Bild: Leer gefegt und blank geputzt. Nur die Yachten einer Was-weiß-ich-schon-Gesellschaft bewegen sich im kaum spürbaren Wellengang des Hafenbeckens. Die Fischbude mit den Fischbrötchen für 2,50 Euro wird dann von uns beiden aufgesucht. Birgit hat Hunger und ich will mir die schlechte Stimmung einfach weg essen. Doch als ich die beiden Geschäftsleute in ihren Standardanzügen mit dem Charme der Marke Noch-nicht-ganz-Mafia erblicke, die sich vor mir angestellt haben und ein paar Fischbrötchen schnorren, ist meine Stimmung endgültig auf dem Tiefpunkt angekommen. So eröffne ich Birgit am Tisch, dass ich eigentlich am liebsten nach Hause fahren möchte. Ich erinnere mich an den letzten Teil des Werbespruchs: Rostock macht an. Ja, sicherlich! Aber wie?

 Unser Rückweg in belebtere Regionen führt uns nun durch die Lagerstraße. Schöne, restaurierte Lagergebäude, idyllisches Wohnumfeld. An einem Haus in dieser Straße, der Nummer 46, begegnen wir ein weiteres Mal dem mecklenburgischen Volksdichter Fritz Reuter: „Hie hett uns‘ Fritz Reuter (1831-1832) als Student wahnt“. Was lernen wir hieraus? Es genügt, ein Jahr in einer Studentenbude zu hausen und … aber – das kennen wir ja schon von unserem Weimarer Dichterfürsten.

Von hier aus haben wir einen zauberhaften Blick auf die Rückseite des Hausbaumhauses, hinter dem sich - wer hätte das hier nicht vermutet - ein verwunschener Garten mit Ziehbrunnen befindet.

Über die Lange Straße, die eine Art Hauptverkehrsader in dieser nördlichen Altstadt ist, gelangen wir nach kurzer Zeit in die Breite Straße.

 Eine Buchhandlung zieht uns an. Getrennt verschwinden wir in ihr. Auf einer Bank sehen wir uns einige Minuten später unsere Errungenschaften an: Die „Galgenlieder“ von Christian Morgenstern für nur 3,99 Euro und ich lese Birgit das Lied: „Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid“ vor, in der Hoffnung sie dadurch aufzuheitern. „Sophie, mein Henkersmädel, / komm, schau mir in den Schädel! / Die Augen zwar, / sie fraß der Aar - / doch du bist gut und edel.“.

Neben uns leise Töne. Ein älterer Mann singt Lieder zur Gitarre. Sicherlich ein Engländer, meint Birgit. Doch ich bin kritischer: „Der hat aber eine merkwürdige Aussprache!“. Es ist Shanty-Johnny, wie er sich selbst nennt, spielt normalerweise im Seebad Warnemünde. Heute aber macht das wenig Sinn, weil sehr viele Luxusliner angelegt haben. „Ist doch prima!“, sag ich zu ihm, aber Johnny meint nur, die hätten zwar viel Geld aber auch sehr viel Luxus auf den Schiffen und würde den Landgang nur zum Flanieren benutzen, nicht aber zum Geldausgeben. Er wüsste das, wäre auch einmal zu See gefahren. „Dann kennen Sie die ganze Welt“, sage ich bewundernd, da ich nur einen winzig kleinen Teil der besagten kenne. „Gewissermaßen!“, antwortet er mir, „aber als Seemann lernen Sie beim Landgang auch nur die Vergnügungsviertel direkt am Hafen kennen, mit den Kneipen und den Puffs!“, und er lächelt.

„Woher kommen Sie?“, fragt Shanty-Johnny uns und ich antworte: „Aus Berlin!“. „Ja, die Berliner, das sind nette Leute und die geben auch immer recht ordentlich.“. Einmal habe er etwas Lustiges mit einem Berliner erlebt, meint Johnny. Ich bin neugierig und möchte die Geschichte unbedingt wissen. „Ich habe auf meinen Fahrten zur See immer diese Lieder gehört. Englisch kann ich aber nicht richtig. Und da habe ich die Laute nachgemacht. Bei einem Lied von Roger Whitacker habe ich immer verstanden: 'Mountains of Sanssouci'. Das hat dann der Berliner gehört und ein paar Tage später habe ich von ihm eine Ansichtskarte aus Potsdam erhalten.“. Das ist eine schöne Geschichte, Lebendigkeit pur! Nein, hier ist kein Friedhof! Die Stadt lebt! Bei mir zumindest ist Johnny angekommen. Wir verabschieden uns mit einem Handschlag und es ist keine Frage mehr, dass wir uns die fehlenden Sehenswürdigkeiten noch vornehmen wollen.

Die Marienkirche ist unser nächstes Ziel. Sie liegt etwas abseits vom „Neuen Markt“, am Ziegenmarkt, und ist zurzeit eingerüstet. Die Kirche bietet vieles, was man in einer Kirche zuerst nicht vermutet, weil es mit Heiligen nicht viel zu tun hat. So finden sich am Eingang Grabsteinplatten aus dem 17. Jahrhundert und das Rund der Kirche ist ebenfalls mit Grabsteinplatten gepflastert. In einem Seitenaltar auf dem Weg zur Astronomischen Uhr befindet sich das erwähnte Bild von Egon Tschirch (1889 - 1949). Ein weiteres Bild des Künstlers zeigt Jesus mit der Dornenkrone und ist im Stil des Spätexpressionismus gemalt. Das verleiht dem Bild aus meiner Sicht eine sehr starke Tiefenwirkung. Ein paar Schritte weiter befindet sie sich dann die Astronomische Uhr der Marienkirche, die zu einer Gruppe von Uhren gehört, die zwischen 1379 und 1472 in Kirchen des hansischen Raumes entstanden.

 

 

Tschirch  Tschirch 2

 

Die Uhr selbst nimmt immerhin eine Fläche von 16 m² ein und hat im unteren Bereich einen Kalender, der aus 13 Ringen besteht. Welchen Zweck die Ringe haben, ist auf einer Schautafel beschrieben. So leicht fiel es mir nicht, bei all den Ringen herauszufinden, wie man den Wochentag zu einem Datum berechnet.

 

 Uhr    Uhr 2

 

Doch ich befand mich in sehr guter Gesellschaft. Ein Mann neben mir brauchte immerhin gut 10 Minuten, bis er vom Text lassen konnte. Danach war ich dran und mir ging es ähnlich. Schließlich konnte ich doch noch den Wochentag meines Geburtstages herausfinden: Es muss ein Samstag gewesen sein, wenn man der Methode glaubt, die auf der Tafel beschrieben ist. Und dies sollte man tun, man befindet sich schließlich in einer Kirche.

 

Garten   Brunnen

 

Als wir St.-Marien verließen, war ich sichtlich zufrieden und auch Birgit ging es besser. Beide hatten wir etwas gelernt und wir machten uns auf den Weg zurück zum Universitätsplatz. Birgit wollte von dort aus in den Klostergarten gehen, der direkt an der Stadtmauer liegt. Vielleicht werden wir bei unserem nächsten Besuch die Stadt an der zu DDR-Zeiten restaurierten Stadtmauer entlang laufen. Hier zeigt sie sich unserer Meinung nach von ihrer schönsten Seite.

 

 Uni    Mathematik

 

„Der 5. Tag der Mathematik“ lasen wir, als wir wieder an der Universität vorbei kamen. In Berlin lief zur gleichen Zeit eine ähnliche Veranstaltung in etwas größerem Rahmen: „Die lange Nacht der Wissenschaften“. Diese Abteilung der Rostocker Universität, die auf mich eher den Eindruck eines Gymnasiums machte, präsentierte auf drei Stockwerken Mathematikaufgaben in Form einer Rallye. Eine erneute Gelegenheit, meine grauen Zellen zu trainieren. Mir hat es gefallen, mich mit Problemen zu beschäftigen, die abseits der alltäglichen Buchhalterseele anzusiedeln sind und absolut nichts mit kaufmännischem Urteilsvermögen zu tun haben. Wie viele Primzahlen kann man aus den Ziffern von 1 bis 9 bilden, wenn jede Ziffer in der Zahl genau einmal vorkommen darf? Überhaupt keine! Ich war in meinem Element. Eine Aufgabe kannte ich, da fiel mir die Antwort nicht schwer. Nur bei der Aufgabe mit den Büchern musste ich länger nachdenken: Sie haben Bücher. Alle Bücher haben eine unterschiedliche Anzahl von Wörtern. Sie haben immer mehr Bücher als Wörter in einem Buch. Was steht in dem Buch? Jetzt war mir klar: Rostock macht an!

 

"Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal."* Wo wir auch hingehen, wir entkommen Fritz Reuter und seinen Weisheiten heute nicht. In unserem Fall bedeutet dieser Ausspruch nichts anderes als „Was dem Einen seine Mathe-Spielwiese ist der Anderen die Literaturgeschichte“. Also gehen wir zurück durch die Kröpeliner Straße, überqueren dann den Neuen Markt und biegen in die Große Wasserstraße ein. Unser Ziel ist das „Kuhtor“, erbaut im Jahr 1608, bei dem es sich nicht nur um das älteste der noch bestehenden vier von ehemals 22 Toren der historischen Rostocker Stadtbefestigung  handelt, sondern auch um eines der ältesten Gebäude Rostocks.  Dies aber ist nicht der Grund, weswegen dies besondere Ziel auf unserem weiteren Besichtigungsplan steht. Zunächst als Gefängnis geplant und auch genutzt, diente es  in späteren Jahren überwiegend Wohnzwecken. Im letzten Krieg schwer zerstört, wurde es in den 1960er Jahren zunächst restauriert und im Jahr 1984 vollständig rekonstruiert. Fortan war es, und hier kommen wir endlich zum Kern der Aussage, Sitz des Bezirksvorstands des Schriftstellerverbandes der DDR. Nach 1990 mit den bekannten Umwälzungen war es dann als Literaturhaus, in dem regelmäßig Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen abgehalten wurden, bis ins Jahr 1993 Bestandteil des Kulturamts der Stadt. Eine weitere gebäudetechnische Rekonstruktion in den Jahren 1998 bis 2000 mündete in eine organisatorische: Nunmehr residiert in diesem historischen Gebäude ein sogenannter Literaturförderkreis in „freier Trägerschaft“. Und – was dieser euphemisierende Begriff in der Realität bedeutet, das kennen auch Berliner Autoren zur Genüge.

 

 Kuhtor                 Kuhtor 2

 

Wir halten uns hier nur kurze Zeit auf und gehen dann an der ebenfalls restaurierten Stadtmauer entlang, in Richtung Steintor. Es bleibt noch genügend Zeit bis zur Rückfahrt und so beschließen wir, den Weg zum Bahnhof zu Fuß zurückzulegen. Immer an den Straßenbahnschienen entlang: Zunächst die Richard-Wagner-Straße, dann biegen wir am Friedrich-Engels-Platz nach rechts in der Rosa-Luxemburg-Straße ab und gehen weiter, bis das Bahnhofsgebäude in Sicht ist.

An der Stelle aber, wo die Rosa-Luxemburg-Straße in den Konrad-Adenauer-Platz mündet, stoßen vor unseren Augen zwei Autos zusammen. Wir sehen uns an und nicken uns zu.

© goo, BiO, Juni 2009

Links und Literatur zu Rostock:

Neues Leben in einer alten Stadt, Rostock-Information, DDR 1989

Manfred Schukowski, Die astronomische Uhr der St.-Marien-Kirche zu Rostock, Stiftung St.-Marien-Kirche zu Rostock e.V.

*Fritz Reuter, Ut mine Stromtid

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock