Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt? Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte vom Erdboden?“ (2. Mose 32)

 

Diese letzte Tür. Das Schloss ist ausgetauscht, die Schlüssel nicht zu finden. Ihrer normalen Anordnung gemäß sind sie nicht an jener Stelle, wo sie vermutet werden. Eine noch zu lösende Rechenaufgabe tut sich auf, die das Ganze nicht als Summe der einzelnen Teile bestimmen will, sondern die Veränderung des Ganzen als Summe aller Anordnungen jener Gegenstände, die sich heute ohne eigenes Zutun selbständig in eine neue Variation gebracht zu haben scheinen.

Eine kleine Menge an Elementen reicht aus, um eine große Zahl an Permutationen zu erzeugen, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. So zeigen unter Umständen kleine Änderungen in der Anordnung der Bausteine, aus denen z.B. unser Erbgut aufgebaut ist, eine große Wirkung oder aber einen Impact, wie man im Neudeutschen zu sagen pflegt. Will man damit etwa der Chaostheorie, die zum Beispiel das Wetter in Hamburg durch das Fallen eines Blattes auf New Yorker Boden beeinflussbar glaubt, zum endgültigem Durchbruch verhelfen? Kaum messbare Änderungen sollen große Effekte verursachen, die letztendlich zum Untergang eines komplexen Systems beitragen.

Die Schulphysik lehrt die Darstellbarkeit der Arbeit als ein aus den Faktoren Kraft und Weg zusammengesetztes Produkt. Für Marx war die Arbeit der zentrale anthropologische Begriff, heute steht die Leistung im Mittelpunkt der Legitimation. Somit stellt sich die Frage nach dem physikalischem Pendant. Die klassische Mechanik hat dafür ein sehr einfaches Modell parat: Leistung ist ein Maß für die Änderung der Arbeit im zeitlichen Verlauf. Eine kleine Rechnung ergibt, dass dies in erster Näherung der Änderung der Bewegungsenergie entspricht.

Derjenige, der im zeitlichen Verlauf mehr Energie freisetzt, wird besser bezahlt. Würde also durch den Bankrott der AIG das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen und in Folge auch die gesamte Realwirtschaft, wäre in kürzester Zeit so viel Energie freigesetzt, dass die Manager dieses Vereins unbezahlbar wären.

Die globale Erwärmung hat im Jänner einen großen Bogen um unser Land gemacht und die Moleküle gefrieren lassen. Bewegungslosigkeit bleibt vorerst zurück und gleichzeitig eine erstaunliche Anstrengung, diese zu überwinden. Dazu bedarf es eines hohen Maßes an Energie, die im Übrigen inzwischen wieder sehr günstig auf dem Weltmarkt zu ersteigern ist. So findet sich verloren Geglaubtes doch wieder ein und mit dem richtigen Schmiermittel wird sich auch dasjenige bewegen, was anfangs als unbeweglich galt. Frohen Mutes steuern wir auf die nächste Jahreszeit zu, die einigen unter uns keine Dürreperiode bescheren wird sondern eher, wie man zu sagen pflegt, ein angenehmes Klima, legt man die momentan herrschenden Verhältnisse zugrunde.

 

© goo, Februar 2009