Die Zahl der Dollarmillionäre ist bis zum Jahr 2007 weltweit auf 10,1 Mio. angestiegen, dies entspricht 0,15% der Weltbevölkerung. Ihr Nettovermögen betrug insgesamt ca. 40.700.000.000.000 US-Dollar. Laut Forbes Magazin gibt es 1125 Milliardäre, dies sind ca. 0,00000017% der Weltbevölkerung, mit einem Gesamtvermögen von 4.400.000.000.000 US-Dollar.

Josef Ackermann fordert, dass weiterhin Renditen von 25% für Finanzprodukte möglich sein müssen. Vielleicht gehört auch er zu denen, die sich im Namen der Finanzwirtschaft vor ihm verneigen: James Harris Simons, einem ehemaligen Mathematik-Professor, der 1982 den Hedge-Fonds Renaissance Technologies gründete. Der heute 70-jährige verdiente im vergangenen Jahr, also bereits mitten in der Finanzkrise, 2,5 Milliarden Dollar. In diese Oberliga schaffte es ebenfalls der legendäre US-Investor George Soros mit 1,1 Mrd. Dollar, der durch seine Heldentat in den 90ger Jahre bekannt wurde, als er mit Währungsspekulationen das britische Pfund erheblich unter Druck gesetzt hatte.

Liest man diese Nachrichten, so wird man das Gefühl nicht los, als seien diese Herren der Finanzwirtschaft nicht anderes als Spieler, die mit der Welt spielen, und zwar so lange, bis alles verspielt ist. Sind es deshalb schlechte Menschen, nur weil sie alle Hebel in Bewegung setzen, um das Ziel zu erreichen, den Sinn des Lebens, der in diesem System mit der Maximierung des Profits gleichzusetzen ist?

Da es sich bei James Harris Simons um einen ehemaligen Mathematikprofessor handelt, der laut eigener Aussage seinen Superprofit mit entsprechenden Computerprogrammen gemacht hat, handelt es sich eher um einen zweckrational denkenden Menschen, der den Spielregeln des Systems gemäß gehandelt hat und sich deshalb auch zurecht als Händler bezeichnen kann.

Das Ganze erscheint, aus einer entsprechenden Distanz betrachtet, eher wie eine Kita der Auserwählten, die mit allen Mitteln ihren einmal geschaffenen Spielplatz samt Spielregeln auch verteidigen. Offensichtlich geht es nicht mehr nur allein um die Befriedigung von Bedürfnissen, sondern um die Befriedigung von Trieben, maßgeblich den Spieltrieb, der dem Menschen so zu Eigen scheint wie die Libido. Erfährt er nicht im Spiel seine Allmacht, wenn er auf der Gewinnerseite landet? Böses wollte er nicht, als er das Spiel anfing. Er wollte doch nur spielen, ein bisschen Spaß haben, sonst nichts.

Allerdings dürfen die Spielregeln nicht so kompliziert sein, dass sich Generationen an dem Spiel die Zähne ausbeißen. Dann verliert das Individuum vielleicht schnell die Lust an den Spielregeln einer „Black Box“, deren Mechanismus im Dunkeln bleibt und, je länger man sich mit ihr beschäftigt, umso mehr der Überforderung Platz macht, die sicherlich niemals eingestanden wird, weil das Spiel schon langweilig geworden ist.

Die Konsequenz kann nur sein, dass die Spielregeln sehr einfach sind, so dass jeder Spaß am Spiel haben kann. Versuchen Sie es doch einmal selbst zu Hause, spielen sie „Zockey“. Je mehr Teilnehmer mitspielen, desto abwechslungsreicher ist das Spiel. Jeder Spieler bildet einen Hedge-Fonds. Damit man den Überblick nicht verliert, setzt man auf zukünftig steigende oder fallende Kurse am Aktienmarkt. Dazu gibt es bei Zockey Aktiengesellschaften, deren Kurse man durch Augenzahlen nach oben oder unten verbiegen bzw. verändern kann – ähnlich wie bei Monopoly die Straßen, die man über eine Augenzahl erreichen kann. Nach jeder 10. Runde ist Payday. Hat man auf einen fallenden Kurs gesetzt und der aktuelle, durch den Zufall beeinflusste Kurs der Aktie ist unter den gesetzten Wert gefallen, kann man sich die Differenz auszahlen lassen. Hat man auf einen steigenden Kurs gesetzt, und der Kurs ist über einen gesetzten Wert angestiegen, so kann man sich ebenfalls die Differenz auszahlen lassen. In allen anderen Fällen trägt man selbst das Risiko, also zahlen.

Wie bei Monopoly haben Sie zwar eigenes Geld, aber wenn Sie der Meinung sind, dass der Kurs eines Aktienportfolios sich in der 10. Runde ganz bestimmt in eine gewisse Richtung entwickeln wird, können Sie sich ihre Wetten auch von der Bank vorfinanzieren lassen. Dazu müssen Sie nur einen kleinen Betrag bezahlen. Dies erhöht die sogenannte Hebelwirkung ihres eingesetzten Kapitals minimiert ihren Verlust aber auf die gezahlte Gebühr. Sie laufen allerdings Gefahr, dass Sie schon nach der 5. Spielrunde draußen sind, weil sich der Aktienkurs, bedingt durch das schlechte Würfeln ihrer Mitspieler, leider nicht in die gewünschte Richtung bewegt hat und oberhalb oder unterhalb der sogenannten K.O.-Schwelle gelandet ist, weshalb diese Finanzprodukte auch „Knock-Outs“ genannt werden.

Mit Zockey lernen Sie spielend, was eine „Stop-Loss“ oder „KO-Schwelle“ ist, welche Knock-Out-Produkte es gibt, ob man „Long“ oder „Short“ geht, warum Volatilität so wichtig ist bei diesem Spiel, wie man den Preis und den Hebel eines Knockouts berechnet und vieles, vieles mehr, was Sie dann bei der wirklichen Zockerei auf dem Parkett gewinnbringend verwenden können.

Das macht einfach Spaß, das bringt Leben in die Bude und schon trifft man sich per Internet zu neuen Zockey-Runden mit immer mehr Spielern, die dann auch keine altmodischen Würfel mehr benutzen, weil ein Computerprogramm das gesamte Spiel samt Würfel und Aktiengesellschaften simuliert. Die Wetteinsätze und, dies vor allem, in welcher Runde bei welcher Aktie dann Payday sein soll, können sie bei der Netzversion selbst bestimmen.

Darüber hinaus stehen ihnen bei der Netzversion von Zockey alle Rohstoff-, Nahrungsmittel- und Aktienbörsen samt Börsenindizes dieses Globus‘ zu freien Verfügung. Man denkt auch schon daran, das Spiel auf Wasser- und Luftbörsen zu erweitern. Zockey im Netz, das macht süchtig, Ballerspiele waren gestern. Spiele Zockey und entdecke dein wahres Ich.

Für den versierten Zockey-Spieler gibt es noch die Challenge überhaupt: Sie spielen Zockey gegen die Computer im Netz, die mit mathematischen Algorithmen wie z.B. den Kalman-Filter versuchen, dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen. Dann können auch Sie zum Zockey-König werden! Jedes Jahr werden die 10 besten Zockey-Spieler im Spielemagazin „Alpha-Zockey“ persönlich vorgestellt. Danach ist der Schritt zur wirklichen Zockerei so minimal, dass Sie direkt nach der Kita in den Ernst des Lebens einsteigen können.

 

© goo, März 2009