Das perfekte Verbrechen ist der perfekte Ausdruck für eine Ursache, die niemals ermittelt werden kann. So ist die Welt als das Werk eines Stümpers betrachtet sicherlich einem perfektem Verbrechen gleichzusetzen. Derjenige, der alles vermasselt hat, lässt sich in diesem Sinne niemals ermitteln. Er oder Es bleibt immer im Nichts und kann nur aus dieser Position heraus wirken.

So gilt es heute als erwiesen, das die größte Dummheit, die die menschliche Gattung jemals hervorgebracht hat, der Begriff des Guten und damit auch sein Gegenteil der Begriff des Bösen ist. Das Gute ist im lebendigen Zusammenhang einer gierigen, skrupellosen und vereinzelten Gesellschaft nur als eine zynische Werbekampagne zu sehen, die zu dem Zwecke erdacht ist, den Menschen mit aller Eindringlichkeit deutlich zu machen, dass jeder sein Elend und seinen Reichtum in dieser Welt verdient hat und dies als einzige Gerechtigkeit betrachtet werden kann. Es sei denn, dass das unvollständige Werk des Schöpfers seine gerechte Strafe findet.

Nichts macht unzufriedener als die Klugheit. Die paradiesischen Zustände herrschen erst unter unschuldigen Verhältnissen in denen Gut und Böse nicht existieren und der Mensch eher dem Vieh auf der Weide gleicht, soweit wir Menschen über die geistige Leistung der Tiere überhaupt etwas wissen.

So straft uns dieser Tölpel, der die Welt erschuf, nicht nur mit Gut und Böse. Früher drohte er mit Streit zwischen den Völkern oder zwischen den Religionen, vergaß dabei aber, dass wenn Zwei sich streiten, es immer einen Dritten gibt, der sich darüber freut. Auch der Hunger ward ihm einst Drohung gegen die Menschheit, bis er sich eingestehen musste, dass bei dieser Auslese zumindest die Wucherer ihre Feste feiern konnten.

Alles was er anpackte, um die Menschen zu strafen, ward zum Scheitern verurteilt. Also probierte Er es mit Neuem. Der aufgeklärte, mündige Mensch, der sich selbst, qua Vernunft aus seiner eigens verschuldeten Unfreiheit bzw. Unmündigkeit befreien musste. Ein außerordentlich kluger Schachzug, der dem perfekten Verbrechen sehr nahe kommt. Der Mensch betritt die Weltbühne als freier Mensch und kann nun im Namen der Freiheit gegen die Unfreiheit in der Welt mit allen Mitteln vorgehen. So werden keine Heiligen Kriege mehr geführt, der Kampf gegen die Unfreiheit wird als Kreuzzug für Freiheit und Demokratie inszeniert.

Hat er es am Ende geschafft und aus seiner Unvollkommenheit eine Tugend gemacht? Er hat sich zum Verschwinden gebracht. Hat sich einfach weg gestohlen und liegt auf der faulen Haut im Paradies. Er hat uns seine Schöpfung überlassen und uns die Freiheit gegeben, das zu tun, was wir wollen, grad wie es uns gefällt oder besser gesagt denjenigen gefällt, die an seine Stelle getreten sind.

goo, März 2009